LarLaLand
Das Lern- und archivalienzentrierte Laboratorium für Landeskunde (LarLaLand) ist ein interdisziplinäres Projekt der Abteilung für Geschichte der Frühen Neuzeit und Rheinische Landesgeschichte und der Arbeitsstelle für Rheinische Sprachforschung.
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Was ist LarLaLand?
Mit der Landeskunde an die Quellen – genau das ist LarLaLand! LarLaLand ist ein digitaler Kurs, der anhand ausgewählter Beispiele aus der rheinischen Landeskunde die Studierenden abseits der gängigen Prüfungswege zur Reflexion und Auseinandersetzung mit Quellen führt und szenariobasiert in berufspraktische Anwendungen der interdisziplinären Quellenarbeit führt.
Basierend auf vier Handschriften aus der neuzeitlichen Geschichte der Rheinlande werden interaktive Lernmodule für Studierende der Universität Bonn erarbeitet, die historische und sprachgeschichtliche Quellenarbeit szenariobasiert aufbereiten und berufspraktisch anwende. Durch die entweder analoge oder digitale Quellenarbeit entlang eines geführten Pfades werden die Studierenden in die Lage versetzt, ihr methodisch-analytisches Denken weiterzuentwickeln.
Das Projekt wird in der Linie vielfältig.nachhaltig.digital gefördert.
LarLaLand ist ein Laboratorium für Studierende. Hier können sie in vier narrativ gestalteten Lernmodulen Kompetenzen ausbauen, diese direkt in berufspraktisch orientierten Szenarien anwenden. Wissenschaftliches Arbeiten wird dadurch am landeskundlichen Objekt interdisziplinär geschärft und zugleich an möglichen (Berufs-)Feldern nach dem Studium orientiert.
Die Lernmodule von LarLaLand sind in Lehrveranstaltungen einbindbar oder können von Studierenden in eCampus eigenständig und initiativ bearbeitet werden – alles abseits gängiger Prüfungspfade!
LarLaLand bietet einen Lern- und Kompetenzerwerb „Outside the (Prüfungs-)Box“. In einem dreischrittigen Verfahren üben die Studierenden quellenbasierte Forschungs- und Transferkompetenzen ein. Jedes der vier Szenarien folgte dem gleichen Aufbau.
In einem Skills-Lab erfolgt die eigenständige, quellenkritische Erschließung der Quelle nach grundwissenschaftlichen und sprachgeschichtlichen Kriterien.
Im darauffolgenden Transfer-Trail üben die Studierenden die Selbstlernkompetenz der Meta-Reflexion ein, indem sie aus den Beobachtungen des Skills-Lab eigene, größere Fragestellungen entwickeln. Der Transfer wird dabei durch LarLaLand geleitet und führt so zur Reflexion des eigenen Transferweges.
Im dritten Schritt, dem Szenariobasierten Anwendungsbereich, werden die Studierenden pro Quelle in ein spezifisches, berufspraktisches Szenario versetzt. Durch ein einleitendes Video werden die Studierenden im Szenario situiert und können darauf aufbauen eine lösungsorientierte Synthese aus ihren erarbeiteten Beobachtungen und Reflexionen bilden.
Die vier LarLaLand-Projektquellen
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Akten zum Erbstand von Schloss Veynau
Die Akten zum Erbstand von Schloss Veynau bei Euskirchen seit dem 16. Jahrhundert geben an einem konkreten Beispiel aus dem Nahraum Bonner Studierenden Einblicke in vormoderne Rechtsvorstellungen und -ideen.
Kirchenbücher der Gemeinde Vaals 1650-1700
Die Kirchenbücher der Gemeinde Vaals (Signatur Gb 18180-18183) verzeichnen die Geburten und Eheschließungen der reformierten Gemeinde von 1649 bis 1787 in einem konfessionell und politisch angespannten Grenzraum, der durch Kriege und Konflikte in diesem Zeitraum mehrfach die konfessionelle und weltliche Obrigkeit wechselte. Die Eintragungen von Taufen mit entsprechenden personalen Beziehungen von Paten oder Nennung besonderer Umstände bezeugen verschiedene Identitäten, die sich in einem von Migration, Krieg und wechselvoller Herrschaft dominierten Raum in dieser Gemeinschaft verdichteten.
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Ausgabenbuch von Henriette von Thimus um 1800
Das Ausgabenbuch (1805–1822) der Freiin und Aachener Bürgermeistergattin Henriette von Thimus verdeutlicht weibliche Agency im Spannungsfeld verschiedener Rollen(vorstellungen), indem die Einflussmöglichkeiten der Ehefrau auf die Geschäfte der Familie sowie die Lebensweise einer herausgehobenen adeligen Familie im städtischen Kontext widergespiegelt werden.
Reisetagebuch eines preußischen Amtsträgers der Rheinprovinz
Das Reisetagebuch des preußischen Amtsträgers Leopold Eltester in Koblenz stellt ein aussagekräftiges Selbstzeugnis aus dem 19. Jahrhundert dar. Aufgrund der mannigfaltigen Reisen durch Deutschland lassen sich Fragen der Mobilität und Individualität untersuchen, indem (sprachliche) Fremd- und Distanzerfahrungen beleuchtet werden.
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Im Skills-Lab erfolgt die quellenkritische, grundwissenschaftliche und sprachgeschichtliche Selbsterschließung der Quelle durch die Studierenden.
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Der Transfertrail leitet von der Quellenbeschäftigung in eine Reflexion des wissenschaftlichen Transferweges über. Dabei werden die Studierenden durch LarLaLand angeleitet und zu eigene Forschungsideen geführt.
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Das Projektteam
Projektbearbeiter*innen LarLaLand
David Schulte, M.A.
Institut für Geschichtswissenschaft
Am Hofgarten 22
53113 Bonn
Raum 2.013
Tel.: (0228) 73-1922
E-Mail: david.schulte[at]uni-bonn.de
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